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Cembalo-Bau

Der Cembalo-Neubau ist für mich eine besonders reizvolle Sache!

Für mich fängt ein Projekt „neues Cembalo“ damit an, dass ich ein Original suche, das ich gelungen, schön proportioniert, für das zu spielende Repertoire geeignet und durchdacht konstruiert halte.
Wenn dieses Vorbild noch nicht von vielen Kollegen nachgebaut wird, steigert das für mich den Reiz.

Der nächst Schritt ist das Kennenlernen des Vorbilds, am besten am Original selbst (durch Vermessen, dokumentierten, fortografieren) und das mich Hineindenken und Hineinverstetzen.

Darauf folgt das Erstellen einer Bauzeichnung, wobei ich die Anpassung an die modernen Erfordernisse (Stimmtonhöhe in Bezug auf das heute verfügbare Saitenmaterial, Transponiervorrichtung, Wartungsfreundlichkeit usw.) vornehme. Bei einzelnen Details weiche ich vom Original ab, v.a., wenn diese Abweichung keinen Einfluss auf den Klang hat.In der Regel verwende ich z.B. Klaviaturen, die ohne größeren Aufwand herausnehmbar sind; denn ich finde nichts schlimmer, als kurz vor dem Konzert auf dem Podium noch schnell alle Springer herausnehmen zu müssen, weil am Untermanual noch eine Taste klemmt…

Ich halte es auch für sinnvoll, in die Konstruktion einzugreifen, wenn sich das Originalinstrument stark verzogen hat. Die Vorstellungen von der Statik eines Instrumentes haben sich im Laufe der Jahrhunderte weiter entwickelt.

Schließlich die eigentliche Bauphase: es ist einfach herrlich, aus einem Stapel Bretter ein Instrument wachsen zu sehen!

Wenn dann die Saiten aufgezogen sind, kann ich kaum noch abwarten, dass das Instrument spielbar ist!