Home » Klavier-Reparatur – Flügel-Reparatur » Resonanzboden und Stege

Resonanzboden und Stege

Der Resonanzboden ist so etwas wie die „Seele“ eines Instrumentes. Er strahlt den Klang ab und bestimmt auch die Qualität des Klangs mit.
Traditionell wird er aus Bergfichte (also Nadelholz aus hochgelegenen Waldgebieten) hergestellt, da langsam gewachsenes Holz feinjährig uns besonders stabil ist.

Der Resonanzboden wird konstruktiv unter Spannung gesetzt, weil gespannte Körper mehr Klang entwickeln, als ungespannte. Dies wir durch Querleisten auf der Rückseite des Resonanzbodens (sog. Rippen) bewerkstelligt. Es ensteht ein gewölbtes Gebilde.

Die Stege sind für die Übertragung der Saitenschwingungen sowie die saubere Einspannung der Saiten zuständig. Außerdem haben sie bei sinnvoller Konstruktion Anteil an der Spannung des akustischen Systems.
In der Regel gibt es einen langen Steg für die Saiten von der Tenorlage bis zum Diskant und davon abgesetzt noch einen kurzen Steg für die Bass-Saiten.
Die Härte der Stegoberfläche und der Sitz der Stegstifte sind für die Einspannung der Saiten von größter Wichtigkeit.

Eine Reparatur am Resonanzboden und den Stegen kann in der Regel nur in Verbindung mit einer Generalüberholung der akustischen Anlage erfolgen.

Wenn die Stege an den Stiften nicht mehr in Ordnung sind, hilft nur, die originalen Stifte herauszuziehen, eine Stegschablone anzufertigen, dann ca. 12mm von Steg wegzufräsen, eine neues Stegdoppel aus stabilem Hartholz aufzupassen und aufzuleimen, die Stegoberfläche neu anzupassen, die Bestiftung neu anzureißen, zu bohren, abzustechen und neu zu bestiften.

Normalerweise wird in Verbindung damit auch der Resonanzboden zu reparieren sein:

er wird dabei stark getrocknet (damit er sich möglichst maximal zusammenzieht bzw. „schwindet“); dadurch gehen die Risse weitest möglich auf. Außerdem wird er in seiner Wölbung so weit wie möglich zusätzlich gespannt. So werden die Risse dann mit einer Spezialklinge aufgetrieben, dann eingepasste „Späne“ (das sind keilförmige Leisten aus Resonanzholz) eingeleimt. Außerdem werden Resoanzboden und Rippen miteinander verschraubt, besonders im Bereich der Risse.
Nach dem Bündigstechen der Späne wird der Resonanzboden meistens neu lackiert.
(einige Bilder dazu unter:–> Werkstatt-Bilder 1 )

Zu dieser Reparatur gehört unausweichlich das vorherige Absaiten und das Abnehmen der Gussplatte. (Wenn die Gussplatte abgenommenist, wird auf jeden Fall der Stimmstock äußerst genau geprüft. Falls er erneuert werden muss, ist jetz die einzige Gelegenheit!
(mehr Informationen unter:–> Stimmstock )

Nach der Resonanzboden- bzw. Steg-Reparatur muss die Gussplatte wieder neu aufgepasst und einjustiert werden (die Stege müssen aus dem Auflageniveau der Saiten an der Platte etwas hervorstehen).

Vor der Neubesaitung kommt dann noch das Nachrechnen (und ggf. Korrigieren bzw. Neuberechnen) der Saitenmensur.