Spielwerk

Spielwerk

Spielwerk

Zum Spielwerk gehören:

Mechanik (also Mechanik-Gestell mit Hammer- und Hebegliedern)

Dämpfung (beim Klavier Teil der Mechanik, beim Flügel unabhängig als Teilmechanik fest im Instrument eingebaut)

Klaviatur (Tastenhebel mit Belägen sowie der Klaviaturrahmen)

Pedale (mit der dazugehörigen Hebelmechanik, beim Flügel teilweise als „Lyra“ von außen sichbar)

Häufige Reparaturen in diesem Bereich sind (wenn die akustische Anlage in Ordnung ist):

Spielwerksüberholungen auf der Basis der originalen Teile (dabei werden die eingespielten Hämmer abgezogen, das Spielwerk (und das Instrument) gründlich gereinigt, sämtliche Mechanikschrauben nachgezogen, die Reibestellen an der Dämpfung gereinigt und gefettet, die Regulation des Spielwerks nachgearbeitet; häufig fallen auch sonstige Nebenarbeiten an, z.B. an Pedalen, Schlössern, Notenpulten usw.; in Verbindung mit dieser Reparatur wird das Instrument immer gestimmt und nachintoniert)

Spielwerksüberholungen unter Verwendung neuer Teile (dabei werden, (je nach Notwendigkeit) die Hämmer neu befilzt oder erneuert, u.U. die Hammerglieder auch komplett erneuert, die Dämpfung neu befilzt oder mit neuen Dämpfern ausgerüstet, das Spielwerk (und das Instrument) gründlich gereinigt, sämtliche Mechanikschrauben nachgezogen, die Reibestellen an der Dämpfung gereinigt und gefettet, das Spielwerk neu einreguliert; häufig fallen auch hier sonstige Nebenarbeiten an, z.B. an Pedalen, Schlössern, Notenpulten usw.; in Verbindung mit dieser Reparatur wird das Instrument immer gestimmt sowie vor- und nachintoniert)

Pedale können in der Regel bleiben, wie sie sind (wenn es nicht einen Transportschaden daran gibt oder sie durchgetreten sind). Teilweise poliere ich sie aber neu.

Zu den Reparaturen an Tasten siehe:–> Reparaturen an Tasten

 

Reparaturen an Tasten

Tastenbeläge:

Naturbeläge aus tierischem Material werden wegen ihrer Griffigkeit auch heute noch meist bevorzugt. Sie sind aber in der Reparatur aufwendig und teuer.
Bei Instrumenten aus der Zeit vor dem 2. Weltkrieg sind sie mit Glutinleim (Warmleim) aufgeleimt, der gegen Feuchtigkeit und Wärme unbeständig ist.
Fingerschweiß oder zu große Luftfeuchte können die Verleimung lösen. Beim Wiederaufleimen kommt es auf die Sauberkeit der Fuge und das genaue Niveau an der Belagoberfläche an.

Auch bei Kunststoff-Belägen gibt es Verklebungen, die sich im Laufe der Zeit lösen.

Außerdem kommen unabhängig vom Belagmaterial Beschädigungen (häufig an der Vorderkante vor)

Reparaturen müssen im Einzelfall am Instrument besprochen werden.

Tastenführungen:

Bei Klavieren und Flügeln sind die Tastenführungen nach dem Prinzip:
runder (oder unter der Vordertaste auch ovaler) Stift in einer Schlitzführung
ausgebildet.
Die Führung am Waagebalken erlaubt es der Taste, nach vorne und hinten zu kippen, ohne seitlich umzufallen. Wenn die Führungsbohrung („Tastenboden“) in Ordnung ist, bleibt die Taste dabei ortsfest.
Die Führung an der Unterseite der Vordertaste verhindert, dass die Taste sich seitwärts wegdreht und an Nachbartasten streift.

Die Schlitzführungen sind mit hochwertigem Webfilz garniert (mitunter auch mit Leder).
Diese Garnierung spielt sich im Laufe der Nutzung ab und muss dann erneuert werden.