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Luftbefeuchtung

Thema: Luftfeuchte

Leider ist das Thema „Luftfeuchte“ nicht sehr anschaulich:

  • man kann sie nicht sehen – höchstens ihre Folgen, z.B. Türen, die im Sommer klemmen und im Winter nicht (dafür klappern sie dann aber vielleicht)
  • es geht um das Herstellen von Gleichgewichten bzw. Ausgleich von Sättigungen
  • „alles ist relativ“ – nicht umsonst spricht man von „relativer Luftfeuchte“

 

Holz (besonders wichtig ist hier der Resonanzboden) und Filz (besonders wichtig sind hier die Hammerköpfe und Spielwerksgarnierungen) sind für den Klang und die Funktion eines Klaviers oder Flügels (für Cembali, Spinette, etc. gilt sinngemäß das Gleiche, nur dass hier der Resonanzboden noch viel sensibeler reagiert) wichtige Materialien. Sie reagieren beide intensiv auf Schwankungen der relativen Luftfeuchte:

· ist die Raumluft feucht, nehmen Holz und Filz Feuchte auf und nehmen dabei in ihren Abmessungen zu („Quellen“)

· ist die Raumluft trocken, geben sie Feuchte ab und nehmen dabei im Maß ab („Schwinden“)

durch dieses „Arbeiten“ der Materialien verändern sich die konstruktiv angelegten inneren Spannungen des Instrumentes: der Resonanzboden verändert z.B. seine sogenannte „Wölbung“, was sich als Verstimmung dann leicht hören lässt.

Qualifizierte Befeuchtung der Raumluft am Klavierstandort kann diesen Effekt zwar abmildern, aber nicht völlig ausschließen.

Aber zum Glück gibt es ja Klavierbauer, die ein Instrument durch geeigneten Service wieder „in Stimmung“ bringen (oder sogar auf das „relative Optimum“ hin arbeiten – womit wir wieder am Anfang wären…)

Ein guter Service beschränkt sich nicht aufs bloße Stimmen: die Regulation wird geprüft und ggf. nachgearbeitet, die Intonation wird ausgeglichen und verfeinert; auch die Sauberkeit im Instrument spielt eine Rolle:
gelegentliches Aussaugen durch den Fachmann ist sehr sinnvoll!
Und Pedale müssen übrigens auch nicht knarren oder quietschen…